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Betriebsrente

Vorsorge mit Zuschuss vom Chef und Steuervorteilen. Wer kann, sollte zugreifen!

Betriebsrenten 

Nach den gesetzlichen Änderungen der vergangenen zwei Jahre, ist die Betriebsrente so attraktiv wie nie. Die Förderung durch den Arbeitgeber ist mittlerweile verpflichtend. Die Abzüge auf die Rente gehen dank zusätzlicher Freibeträge zurück. Für fast alle Arbeitnehmer ist das Verhältnis zwischen eigenem Aufwand und zu erwartender Rentenleistung in der betrieblichen Altersversorgung am günstigsten. Wir empfehlen dringend, Deine Chancen auf eine Betriebsrente zu prüfen, wenn Du Arbeitnehmer bist.

Wie funktioniert eine Betriebsrente? 

Grundsätzlich gibt es die arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente. Hier zahlt Dein Arbeitgeber die Beiträge aus der eigenen Tasche. Die andere Möglichkeit ist die Betriebsrente aus Gehaltsumwandlung. Dabei verzichtest Du auf einen Teil deines steuerpflichtigen Einkommens und bekommst dafür steuerfrei eine Einzahlung in Deine Betriebsrente. Die erste Option brauchen wir hier nicht zu betrachten. Wenn Du etwas von Deiner Chefin oder Deinem Chef bekommst, dann nimmst Du es mit! Da brauchen wir nicht viel zu rechnen, oder? Um die zweite Option, die Gehaltsumwandlung, soll es hier gehen.

Wie gesagt, verzichtest Du bei der Gehaltsumwandlung auf einen Teil Deines steuerpflichtigen Einkommens (Bruttogehalt) und wandelst diesen Betrag um in eine Betriebsrente. Du schließt also mit Deinem Arbeitgeber eine sog. Entgeltumwandlungsvereinbarung ab. Einen Anhang zu Deinem Arbeitsvertrag.

Dein Arbeitgeber schließt dann für Dich eine Rentenversicherung über den vereinbarten Beitrag ab und zahlt in der Regel auch selbst noch etwas dazu (Arbeitgeberzuschuss). Grundsätzlich entscheidet der Arbeitgeber bei welcher Gesellschaft er die Rentenversicherung abschließt und auch welchen Tarif er Dir anbietet. Die meisten Arbeitgeber sind aber mittlerweile so arbeitnehmerfreundlich, dass sie Dir in gewissen Grenzen ein Mitspracherecht einräumen. So kannst Du meist zwar nicht selbst entscheiden, wo die Versicherung abgeschlossen wird, aber Du kannst zumindest bei der Tarifgestaltung und der Geldanlage mitreden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag zur Allianz Lebensversicherung AG geht, ist übrigens sehr hoch. Die Allianz ist bei den Betriebsrenten mittlerweile mit Abstand Marktführer.

Dir wird dann von Beginn an das sog. Bezugsrecht an dem Vertrag eingeräumt. Das bedeutet, dass die Rente und alle sonstigen Auszahlungen aus dem Vertrag Dir zustehen. Das gilt übrigens auch im Fall der Insolvenz Deines Arbeitgebers. Das angesparte Geld gehört also Dir, komme was da wolle!

Wie rechnet sich die Betriebsrente?

Wie bei allen Formen der staatlich geförderten Altersversorgung (Riesterrente, Basisrente, Betriebsrente etc.) sind die Einzahlungen steuerfrei, die spätere Rente wird dann aber Deinem Einkommen hinzugerechnet, wie die gesetzliche Rente auch. Du musst also, je nach Höhe Deiner Einkünfte, Steuern auf die Rente zahlen. Hier fängt es dann an, spannend zu werden:

  • Was sparst Du heute an Abgaben?
  • Was zahlt Dein Arbeitgeber dazu?
  • Was wird Dir dann später von der Rente abgezogen?

Den ersten Teil können wir Dir sehr genau beantworten. Dazu benötigen wir Deine aktuellen Einnahmen und Steuerdaten (Steuerklasse, Freibeträge...). Am besten nimmst Du Dir die Zeit für eine ausführliche Finanzanalyse und >> planst Deinen Ruhestand. Das gibt Sicherheit und Übersicht und erleichtert Dir alle finanziellen Entscheidungen.

Wie hoch ist Dein Steuersatz als Rentner? Das ist natürlich deutlich schwerer zu beantworten. Vor allem, wenn Du noch einige Jahre bis zur Rente vor Dir hast. Daher können wir uns hier nur an aktuellen Durchschnittswerten orientieren.

Wir empfehlen eine gründliche Analyse Deiner Lebenssituation. Wir finden gemeinsam die ideale Vorsorgestrategie für Dich.

Die Betriebsrente in der Beitragsphase

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Du verdienst 40.000 EUR im Jahr, hast Steuerklasse 1, keine Kinder und bist gesetzlich versichert. Du zahlst 100 € aus Deinem Brutto Gehalt (vor Steuern und Sozialabgaben) und Dein Arbeitgeber zahlt die gesetzlich vorgeschriebenen 15%* Zuschuss.

In dem Beispiel fehlen Dir heute 51 € auf dem Konto, 115 € werden aber in Deine Vorsorge investiert.

Du musst also nur 44% der Beiträge selbst tragen. 

Der Rest kommt entweder vom Arbeitgeber oder vom Staat. Ein solches Verhältnis ist mit anderen Sparformen nur in extremen Ausnahmesituationen zu erreichen.

*) Der Arbeitgeberzuschuss ist seit 2019 für Neuverträge verpflichtend. Ab 2012 auch für Bestandsverträge. Die Verpflichtung des Arbeitgebers ist dann gegeben, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart, was in unserem Beispiel der Fall ist.


ohne Betriebsrente

mit Betriebsrente

Bruttogehalt inkl. AG-Zuschuss

3.333,33 €

3.348,33 €

Steuern

556,80 €

527,29 €

Sozialabgaben

670,83 €

650,70 €

Nettolohn

2.105,70 €

2.170,34 €

Entgeltumwandlung

 

115,00 €

Nettoauszahlung

2.105,70 €

2.055,34 €

Tatsächlicher Aufwand


50,36 €

Die Betriebsrente in der Rentenphase

Ein großer Nachteil der Betriebsrente war bisher immer, dass auf die Auszahlung Krankenversicherungsbeiträge abzuführen waren. Das hat die Rendite vieler Betriebsrenten deutlich geschmälert. Glücklicherweise hat der Gesetzgeber hier nachgebessert. Seit dem 01.01.2020 gilt ein neuer Freibetrag für Betriebsrenten. Der Freibetrag wird zusätzlich zu der bereits bestehenden Freigrenze eingeführt und zwar in derselben Höhe wie die Freigrenze selbst (1/20 der monatlichen Bezugsgröße i.S.v. § 18 SGB IV, für 2020 also 159,25 €).


bis Ende 2019

ab 2020

Betriebsrente

200 €

200 €

Bemessungsgrundlage für Sozialversicherung

200 €

(Rente - Freibetrag) 40,75 €

Beitrag in gesetzliche Krankenversicherung

31,40 €

6,40 €

Beitrag in Pflegeversicherung

6,10 € 

6,10 €

Vorteil durch Freigrenze ab 2020

 

25 € monatlich!

Rechenbeispiel für die Beratung: Leistung aus betrieblicher Altersversorgung in Höhe von 200 Euro. 14,6 % allgemeiner Beitragssatz zur Krankenversicherung zzgl. 1,1 % Zusatzbeitrag sowie 3,05 % Beitrag zur Pflegeversicherung.* Freigrenze gilt nicht für Beiträge zur Pflegeversicherung.

Damit ergibt sich folgendes Fazit:

  • In der Einzahlungsphase sind die Beiträge Steuerfrei
  • In der Rentenphase steuerpflichtig. Hier ist also entscheidend, was Du als Rentner verdienst. Das dürfte bei den meisten von uns weniger sein als im Berufsleben. Womit dann auch die Steuerlast zu Deinen Gunsten ausfällt.
  • Die Beiträge sind komplett sozialversicherungsfrei.
  • Auf die Rente werden nur noch Krankenversicherungsbeiträge erhoben, die allerdings mit einem ordentlichen Freibetrag.
  • Dazu kommen für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auch noch Zuschüsse vom Arbeitgeber, meist in Höhe von 15%.

Wir sind der Meinung: Ein gutes Geschäft.

Vor- und Nachteile der Betriebsrente?

Vorteile

  • Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben erhöht Deine Rendite. 
  • Zuschüsse durch den Arbeitgeber
  • Ja nach Arbeitgeber gibt es günstige Gruppenkonditionen
  • Das Kapital ist vor dem Zugriff des Staates geschützt (z.B. Harz IV)
  • Die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals ist bei der Direktversicherung garantiert.
  • Die Rente ist lebenslang garantiert, egal wie alt Du wirst.
  • Es gibt zusätzliche Freibeträge auf die Rente.

nachteile

  • Die Auszahlung ist steuerpflichtig.
  • Die Beitragsgarantie reduziert die Renditechancen.
  • Das Geld kann nur für die Altersvorsorge genutzt werden. Eine Kündigung vor dem Ruhestand ist ausgeschlossen
  • Das Kapital kann bei größeren Beträgen nur innerhalb der Familie vererbt werden.

Fazit:

Für Arbeitnehmer die gesetzlich versichert sind und einen Zuschuss vom Arbeitgeber (min. 15%) erwarten können, ist die Betriebsrente praktisch immer eine gute Empfehlung. Nur bei sehr geringem Einkommen und Kindern kann die >> Riester-Rente eine Alternative sein.

Grundsätzlich sollte der Vertrag und die Versicherungsgesellschaft natürlich geprüft werden. Es sollte sich um eine möglichst stabile Versicherung und um einen möglichst günstigen Gruppentarif handeln. Die Vorteile der Betriebsrente überwiegen die Nachteile unserer Ansicht nach aber fast immer.

Laufzeit und Kündigung

Den Rentenbeginn kannst Du bei Deinem Vertrag selbst bestimmen. Normalerweise beginnt die Rentenzahlung mit dem Bezug der gesetzlichen Altersrente. Für die meisten dürfte der früheste Termin also der 62. Geburtstag sein. Bei den meisten Tarifen kann der Rentenbeginn um mehrere Jahre aufgeschoben werden, sodass sich eine gewisse Flexibilität zwischen dem 62. Lebensjahr und dem 75. Lebensjahr ergibt. Eine Kündigung vor diesem Termin ist ausgeschlossen. Du kannst den Vertrag allerdings jederzeit beitragsfrei fortführen.

Deine Police, alle Unterlagen und die letzte Rechnung findest Du in Deinem elektronischen Kundenordner. Schau doch mal rein: