Nach den gesetzlichen Änderungen der vergangenen zwei Jahre, ist die Betriebsrente so attraktiv wie nie.

Die Förderung durch den Arbeitgeber ist mittlerweile verpflichtend. Die Abzüge auf die Rente gehen dank zusätzlicher Freibeträge zurück. Für fast alle Arbeitnehmer ist das Verhältnis zwischen eigenem Aufwand und zu erwartender Rentenleistung in der betrieblichen Altersversorgung am günstigsten.

Wie funktioniert eine Betriebsrente?

Grundsätzlich gibt es die arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente. Hier zahlt Dein Arbeitgeber die Beiträge aus der eigenen Tasche. Die andere Möglichkeit ist die Betriebsrente aus Gehaltsumwandlung. Dabei verzichtest Du auf einen Teil deines steuerpflichtigen Einkommens und bekommst dafür steuerfrei eine Einzahlung in Deine Betriebsrente. Die erste Option brauchen wir hier nicht zu betrachten. Wenn Du etwas von Deiner Chefin oder Deinem Chef bekommst, dann nimmst Du es mit! Da brauchen wir nicht viel zu rechnen, oder? Um die zweite Option, die Gehaltsumwandlung, soll es hier gehen.

Lohnt sich eine Gehaltsumwandlung?

In der Einzahlungsphase sind die Beiträge steuer- und sozialabgabenfrei. Seit dem 01.01.2020 gilt ein neuer Freibetrag für Sozialversicherungsbeiträge auf die Rente. Ab dem 01.01.2021 wird nun auch noch ein Zuschuss vom Arbeitgeber verpflichtend. Wir sind der Meinung: Das ist ein gutes Geschäft! Für fast alle Arbeitnehmer die ausreichend verdienen und entsprechend Steuern zahlen.

Wenn möglich, Gruppenvertrag abschließen!

Wie gesagt, verzichtest Du bei der Gehaltsumwandlung auf einen Teil Deines steuerpflichtigen Einkommens (Bruttogehalt) und wandelst diesen Betrag um in eine Betriebsrente. Dein Arbeitgeber schließt dann für Dich eine Rentenversicherung über den vereinbarten Beitrag ab und zahlt auch selbst noch etwas dazu (Arbeitgeberzuschuss). Grundsätzlich entscheidet der Arbeitgeber bei welcher Gesellschaft er die Rentenversicherung abschließt und auch welchen Tarif er Dir anbietet. Die meisten Arbeitgeber sind aber mittlerweile so arbeitnehmerfreundlich, dass sie Dir in gewissen Grenzen ein Mitspracherecht einräumen. So kannst Du meist zwar nicht selbst entscheiden, wo die Versicherung abgeschlossen wird, aber Du kannst zumindest bei der Tarifgestaltung und der Geldanlage mitreden. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag zur Allianz Lebensversicherung AG geht, ist übrigens sehr hoch. Die Allianz ist bei den Betriebsrenten mittlerweile mit Abstand Marktführer.

Wissenswertes zur Betriebsrente

Vor und Nachteile der Betriebsrente

Vorteile

  • Vorteile bei Steuern und Sozialabgaben erhöht Deine Rendite.  
  • Zuschüsse durch den Arbeitgeber.
  • Je nach Arbeitgeber gibt es günstige Gruppenkonditionen.
  • Das Kapital ist vor dem Zugriff des Staates geschützt (z.B. Harz IV).
  • Die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals ist bei der Direktversicherung garantiert. 
  • Die Rente ist lebenslang garantiert, egal wie alt Du wirst.
  •  Es gibt zusätzliche Freibeträge auf die Rente.

Nachteile

  • Die Auszahlung ist steuerpflichtig.   
  • Die Beitragsgarantie reduziert die Renditechancen. 
  • Das Geld kann nur für die Altersvorsorge genutzt werden. Eine Kündigung vor dem Ruhestand ist ausgeschlossen.
  • Das Kapital kann bei größeren Beträgen nur innerhalb der Familie vererbt werden. 

Fazit:

Für Arbeitnehmer die gesetzlich versichert sind und einen Zuschuss vom Arbeitgeber (min. 15%) erwarten können, ist die Betriebsrente praktisch immer eine gute Empfehlung. Nur bei sehr geringem Einkommen und Kindern kann die >> Riester-Rente eine Alternative sein. 

Grundsätzlich sollte der Vertrag und die Versicherungsgesellschaft natürlich geprüft werden. Es sollte sich um eine möglichst stabile Versicherung und um einen möglichst günstigen Gruppentarif handeln. Die Vorteile der Betriebsrente überwiegen die Nachteile unserer Ansicht nach aber fast immer. 

Schaubild der Betriebsrente durch Gehaltsumwandlung

Wie gesagt, verzichtest Du bei der Gehaltsumwandlung auf einen Teil Deines steuerpflichtigen Einkommens (Bruttogehalt) und wandelst diesen Betrag um in eine Betriebsrente. Du schließt also mit Deinem Arbeitgeber eine sog. Entgeltumwandlungsvereinbarung ab. Einen Anhang zu Deinem Arbeitsvertrag. 

Dein Arbeitgeber schließt dann für Dich eine Rentenversicherung über den vereinbarten Beitrag ab und zahlt in der Regel auch selbst noch etwas dazu (Arbeitgeberzuschuss). Grundsätzlich entscheidet der Arbeitgeber bei welcher Gesellschaft er die Rentenversicherung abschließt und auch welchen Tarif er Dir anbietet. Die meisten Arbeitgeber sind aber mittlerweile so arbeitnehmerfreundlich, dass sie Dir in gewissen Grenzen ein Mitspracherecht einräumen. So kannst Du meist zwar nicht selbst entscheiden, wo die Versicherung abgeschlossen wird, aber Du kannst zumindest bei der Tarifgestaltung und der Geldanlage mitreden. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vertrag zur Allianz Lebensversicherung AG geht, ist übrigens sehr hoch. Die Allianz ist bei den Betriebsrenten mittlerweile mit Abstand Marktführer. 

Dir wird dann von Beginn an das sog. Bezugsrecht an dem Vertrag eingeräumt. Das bedeutet, dass die Rente und alle sonstigen Auszahlungen aus dem Vertrag Dir zustehen. Das gilt übrigens auch im Fall der Insolvenz Deines Arbeitgebers. Das angesparte Geld gehört also Dir, komme was da wolle! 

Die Betirbsrente in der Beitragsphase

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Du verdienst 40.000 EUR im Jahr, hast Steuerklasse 1, keine Kinder und bist gesetzlich versichert. Du zahlst 100 € aus Deinem Brutto Gehalt (vor Steuern und Sozialabgaben) und Dein Arbeitgeber zahlt die gesetzlich vorgeschriebenen 15%* Zuschuss. 

In dem Beispiel fehlen Dir heute 51 € auf dem Konto, 115 € werden aber in Deine Vorsorge investiert. 

Du musst also nur 44% der Beiträge selbst tragen.  

Der Rest kommt entweder vom Arbeitgeber oder vom Staat. Ein solches Verhältnis ist mit anderen Sparformen nur in extremen Ausnahmesituationen zu erreichen. 

*) Der Arbeitgeberzuschuss ist seit 2019 für Neuverträge verpflichtend. Ab 2021 auch für Bestandsverträge. Die Verpflichtung des Arbeitgebers ist dann gegeben, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart, was in unserem Beispiel der Fall ist. 


ohne Betriebsrente 

mit Betriebsrente 

Bruttogehalt inkl. AG-Zuschuss 

3.333,33 € 

3.348,33 € 

Steuern

556,80 € 

527,29 € 

Sozialabgaben

670,83 € 

650,70 €

Nettolohn

2.105,70 € 

2.170,34 €

Entgeltumwandlung

Cell

115,00 €

Nettoauszahlung

2.105,70 € 

2.055,34 €

Tatsächlicher Aufwand 

Cell

50,36 €

Die Betriebsrente in der Rentenphase

Ein großer Nachteil der Betriebsrente war bisher immer, dass auf die Auszahlung Krankenversicherungsbeiträge abzuführen waren. Das hat die Rendite vieler Betriebsrenten deutlich geschmälert. Glücklicherweise hat der Gesetzgeber hier nachgebessert. Seit dem 01.01.2020 gilt ein neuer Freibetrag für Betriebsrenten. Der Freibetrag wird zusätzlich zu der bereits bestehenden Freigrenze eingeführt und zwar in derselben Höhe wie die Freigrenze selbst (1/20 der monatlichen Bezugsgröße i.S.v. § 18 SGB IV, für 2020 also 159,25 €). 


bis Ende 2019

ab 2020 

Betriebsrente

200 €  

200 €  

Bemessungsgrundlage für Sozialversicherung 

200 €  

(Rente - Freibetrag) 40,75 € 

Beitrag in gesetzliche Krankenversicherung 

31,40 €  

6,40 €

Beitrag in Pflegeversicherung 

6,10 € 

6,10 € 

Vorteil durch Freigrenze ab 2020 

Cell

25 € monatlich! 

Rechenbeispiel für die Beratung: Leistung aus betrieblicher Altersversorgung in Höhe von 200 Euro. 14,6 % allgemeiner Beitragssatz zur Krankenversicherung zzgl. 1,1 % Zusatzbeitrag sowie 3,05 % Beitrag zur Pflegeversicherung.* Freigrenze gilt nicht für Beiträge zur Pflegeversicherung. 

Laufzeit und Kündigung

Den Rentenbeginn kannst Du bei Deinem Vertrag selbst bestimmen. Normalerweise beginnt die Rentenzahlung mit dem Bezug der gesetzlichen Altersrente. Für die meisten dürfte der früheste Termin also der 62. Geburtstag sein. Bei den meisten Tarifen kann der Rentenbeginn um mehrere Jahre aufgeschoben werden, sodass sich eine gewisse Flexibilität zwischen dem 62. Lebensjahr und dem 75. Lebensjahr ergibt. Eine Kündigung vor diesem Termin ist ausgeschlossen. Du kannst den Vertrag allerdings jederzeit beitragsfrei fortführen.